Was wird beim Lichttest geprüft?
Die Einstellung von Abblend- und Fernlicht mit einem Einstellgerät, dazu die Funktion aller äußeren Leuchten und der Zustand der Streuscheiben.
Der Kern ist die Hell-Dunkel-Grenze: Sie trennt den ausgeleuchteten Bereich vom dunklen darüber und muss auf einer vorgeschriebenen Linie liegen. Alles andere – Blinker, Bremslicht, Kennzeichenbeleuchtung – ist Sichtprüfung und geht schnell, ist aber genauso Teil des Termins.
Wann ist ein Lichttest sinnvoll?
Vor der dunklen Jahreszeit, nach jedem Lampenwechsel und nach Arbeiten an der Front des Fahrzeugs. Außerdem vor der Hauptuntersuchung.
Der Lampenwechsel ist dabei der am meisten unterschätzte Anlass: Eine neue Lampe sitzt selten exakt wie die alte, und schon ein leicht anderer Sitz verschiebt die Grenze. Wer nachts wieder schlechter sieht, obwohl er gerade erst gewechselt hat, hat meistens genau das erlebt.
Warum blende ich andere, obwohl die Lampen neu sind?
Weil die Helligkeit nichts über die Richtung sagt. Eine hellere Lampe in einem zu hoch eingestellten Scheinwerfer blendet stärker als die alte.
Dazu kommen Beladung und Reifendruck: Ein voll beladenes Fahrzeug hebt die Front an, und der Kegel wandert mit. Wer regelmäßig angeblinkt wird, sollte deshalb zuerst die Einstellung prüfen lassen und nicht die Lampen tauschen – der zweite Weg kostet mehr und ändert nichts.
Darf ich die Scheinwerfer selbst einstellen?
Die Stellschrauben sind zugänglich, und drehen kann sie jeder. Nur lässt sich ohne Einstellgerät nicht feststellen, ob das Ergebnis stimmt.
Die verbreitete Methode mit einer Wand in zehn Metern Abstand liefert eine Annäherung, aber keine Messung: Sie hängt an der Ebenheit des Bodens, am Reifendruck und daran, wie genau die Markierung übertragen wurde. Das Einstellgerät nimmt genau diese Unsicherheiten heraus – das ist sein ganzer Zweck.
Was hilft gegen matte oder vergilbte Scheinwerfer?
Eine Aufbereitung kann die Klarheit zurückbringen: Die Scheibe wird geschliffen und poliert, danach neu versiegelt.
Wichtig ist der letzte Schritt. Die Trübung entsteht, weil die schützende Schicht von UV-Licht zerstört wurde – wer nur poliert und nicht versiegelt, hat das Problem in einem Jahr zurück, und zwar schneller als beim ersten Mal. Ist die Scheibe innen beschlagen oder rissig, hilft nur der Austausch des Scheinwerfers.
Darf ich LED-Lampen in einen Halogen-Scheinwerfer setzen?
Nur, wenn genau diese Lampe für genau diesen Scheinwerfer genehmigt ist. Eine allgemeine Erlaubnis für den Tausch gibt es nicht.
Der Grund ist die Optik: Ein Scheinwerfer ist auf die Lage des Leuchtfadens hin konstruiert. Sitzt die Lichtquelle anders, entsteht ein anderer Kegel – oft heller, aber mit Streulicht über der Hell-Dunkel-Grenze. Ohne Genehmigung erlischt die Betriebserlaubnis, mit allen Folgen für Untersuchung und Versicherungsschutz.
Was passiert bei der Hauptuntersuchung mit falsch eingestelltem Licht?
Es wird als Mangel bewertet. Die Einstellung der Scheinwerfer gehört zum Prüfumfang und wird gemessen, nicht geschätzt.
Der Vorteil daran: Es ist ein Mangel, der sich in wenigen Minuten beheben lässt – ganz anders als Rost oder Spiel in der Lenkung. Wer vor der Untersuchung einen Lichttest macht, nimmt damit einen der häufigsten und zugleich billigsten Gründe für eine Nachuntersuchung aus dem Weg.
Muss ich die Leuchtweite bei Beladung nachstellen?
Ja, sofern dein Fahrzeug eine von Hand bedienbare Leuchtweitenregulierung hat. Der Drehknopf im Armaturenbrett ist genau dafür da.
Viele wissen nicht, wofür er dient, und lassen ihn dauerhaft auf einer Stellung stehen. Fahrzeuge mit automatischer Regelung erledigen das selbst – bei ihnen gehört die Funktion zum Test, weil ein defekter Stellmotor unbemerkt bleibt, solange man nie mit vollem Kofferraum im Dunkeln fährt.
Wer darf Scheinwerfer überhaupt einstellen?
Jede Werkstatt mit einem geeigneten Einstellgerät und einer ebenen Prüffläche. Eine besondere Zulassung wie bei der Untersuchung selbst ist dafür nicht nötig.
Entscheidend ist weniger die Werkstatt als das Gerät und der Untergrund: Eine Fläche mit Gefälle verfälscht das Ergebnis, auch wenn alles andere stimmt. Betriebe, die den Test anbieten, haben dafür in aller Regel einen festen Platz eingerichtet und prüfen ihn regelmäßig nach.
Bei der Hauptuntersuchung ist das anders geregelt: Dort misst eine amtlich anerkannte Prüforganisation, und ihr Urteil entscheidet über die Plakette. Der Lichttest in der Werkstatt ersetzt das nicht – er sorgt dafür, dass bei der Untersuchung nichts zu beanstanden ist.
Wie lange dauert ein Lichttest?
Etwa zwanzig Minuten, wenn nichts Auffälliges dazwischenkommt. Das Ausrichten des Geräts dauert länger als das Einstellen selbst.
Mehr Zeit braucht es, wenn Stellschrauben festsitzen, eine Lampe getauscht werden muss oder sich zeigt, dass ein Scheinwerfer innen beschlagen ist. Wegen der kurzen Dauer bieten viele Betriebe den Test als Wartetermin an.